Forum 6/7 | 2022

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Japanische Sika-Hirsche: Geschichte einer unbeabsichtigten Domestizierung

Mit Ziegen und Engadinerschafen die Grünerle eindämmen

Japanische Sika-Hirsche: Geschichte einer unbeabsichtigten Domestizierung

Philippe Veuve

Im Jahre 1890 beschloss Kaiser Meiji, Himmlischer Herrscher und Regent von Gross-Japan, eine Gesandtschaft zum französischen Präsidenten Sadi Carnot zu schicken. Diese wurde von Botschaftern einer besonderen Art begleitet: ein männliches und drei weibliche Exemplare des SikaHirschs (Cervus nippon). Damit hatten die Franzosen allem Anschein nach nicht gerechnet, denn es fand sich kein Platz mehr im Jardin des Plantes in Paris! Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurden die Botschafter-Hirsche im Präsidentengarten von Marly freigelassen und 1898 nach Rambouillet umgesiedelt. Dort gerieten sie in Vergessenheit. Einige ihrer Nachkommen entkamen während eines Gewitters. Von diesen stammen vermutlich alle europäischen Sika-Hirsche ab.

Mit Ziegen und Engadinerschafen die Grünerle eindämmen

Caren Pauler / Daniel Mettler

Die Grünerle überwächst immer mehr Alpweiden. Sie verringert die Artenvielfalt und Futterqualität. Ziegen und robuste Schafe können die Ausbreitung der Grünerle stoppen – das zeigen verschiedene Weide­pflege-Projekte und eine Studie von Agroscope und ETH. Neben Ziegen haben vor allem Engadinerschafe Appetit auf Grünerlen. Wir zeigen, wie die Regulierung der Grünerle mit Kleinwiederkäuern gelingt.

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